Sascha Lang trägt das Thema Behinderung in die Medien

Lang Sascha 283Das Thema "Behinderung" muss in den Medien zum "Normalzustand" werden. Dafür engagiere ich mich in verschiedenen Bereichen. 1975 bin ich, Sascha Lang, in Luxemburg geboren. 1978 erblindete ich: Falsche Operation und "Grauer Star" hiessen die Übeltäter. Ab 1983 wurde ich an Regelschulen bis ins Gymnasium integrativ beschult. Nach der zwölften Klasse ließ ich mich durch "meinen jugendlichen Leichtsinn" leiten und beendete meine Schul-Karriere.

Die Themen Musik und Radio hatten mich schon damals "im Griff". Und deshalb bin ich seit 1995 als Künstler-Vermittler, -Manager, -Berater und Veranstalter von Musik-Events tätig. Da ich mir in diesem Bereich aber erst eine Basis schaffen musste, bis ich damit auch Geld verdienen konnte, arbeitete ich in Luxemburg bei der Post und wurde 2000 als Beamter vereidigt. Durch die dortige, heute immer noch bestehende, freiwillige Teilzeit-Arbeit blieb genügend Raum, mein Hobby auszubauen, um mir als Radioreporter in Luxemburg und Deutschland meine Laufbahn zu stabilisieren. Heute leite ich meine eigene Medien- und Künstleragentur und arbeite für "Rodluc-music" aus Luxemburg als Chef eines Labels und Konzertsaales.

Bis zu meinem 25. Lebensjahr hatte ich Probleme, meine Behinderung zu akzeptieren. Dann entschied ich mich, nicht länger zu vegetieren, sondern zu leben. Im Jahr 2009 produzierte ich meine ersten Beiträge zum Thema "Behinderung" für luxemburger Radiosender. Und so kam ich auch auf die Idee, einen eigenen Sender im Internet mit dem Schwerpunkt "Behinderung" in deutscher Sprache zu gründen. SLANG Radio gab es fünf tolle Jahre lang. Leider standen der zeitliche Aufwand und die mit dem Sender verbundenen Kosten nicht im Verhältnis zu den Zielen, die wir als Team erreicht hatten: 14 ehrenamtliche MitarbeiterInnen schafften es, ein tägliches Programm zu gestalten.

Noch heute bin ich dem "Radiomachen" verbunden und produziere, nun schon seit drei Jahren, regelmäßig die Sendung "Voll Normal" von "Inclusio Medien" bei "Radio Alex 88.4" in Berlin.

Meine ersten Erfahrungen in der Behindertenbewegung sammelte ich an meinem ehemaligen Wohnsitz in Trier, als 2. Vorsitzender des dortigen Behindertenbeirates und Mitglied im Vorstand des Blinden- und Sehbehindertenvereines in Trier. Beide Tätigkeiten endeten mit meinem Umzug 2013. Nun wohne ich teilweise in Luxemburg, teilweise in Bad Segeberg, wo meine Frau und meine beiden Kinder (sehend) leben. In der Stadt Luxemburg bin ich ehrenamtlich engagiert im Behindertenbeirat und im Vorstand der Selbstvertreter-Organisation "Nemme Mat eis". Auch im Kreis Segeberg kämpfe ich für die Teilhabe.

Meine Projekte als Inklusionsbotschafter sind:

Ich arbeite daran, einen Hörfunk-Dienst aufzubauen. Hier sollen Beiträge "ohrgerecht" aufbereitet werden, die allen Rundfunkanstalten, öffentlich-rechtlich oder privat, angeboten werden sollen. Ziel ist es hierbei, die Menschen für die Thematik "Behinderung" zu sensibilisieren.

Mir liegt sehr viel an der Sensibilisierung. Daher möchte ich, dass wir nicht nur diejenigen ohne Behinderung auf unsere Bedürfnisse aufmerksam machen, sondern auch, dass wir Betroffene selbst auch lernen, welche Bedürfnisse wir untereinander haben. Ich stehe für alle Arten von Behinderung ein. Dafür muss und möchte ich Vieles von euch und uns kennenlernen. Ich möchte nicht, dass wir bedauert werden, sondern setze mich dafür ein, dass wir gehört und ernst genommen werden. Die UN-Behindertenrechtskonvention gibt uns Kraft und Rechte. Aber sie nimmt uns auch in die Pflicht und fordert uns Betroffene heraus, uns zu öffnen und sie aktiv umzusetzen. Ich möchte uns alle motivieren, diese Rechte, aber auch diese Pflichten, wahrzunehmen.

Ich freue mich auf die Aufgabe als Inklusionsbotschafter in Deutschland mit EU-Migrationshintergrund und hoffe, sowohl in Deutschland, wie auch in Europa vieles bewegen zu können. "Meckern" gilt nicht! Wir müssen tätig werden. Wir müssen uns der Gesellschaft zeigen. Ich setze mich dafür ein, dass wir Teilhabe leben!

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