Lena Merslikin sensibilisiert für die Inklusion

Merslikin Lena großMit neun Jahren kam ich, Lena Merslikin, von der Ukraine nach Deutschland und besuchte sowohl Förder- als auch Integrationsschulen. 2003 machte ich mein Fachabitur im Sozialwesen in Marburg. Nach dem Studium der Sozialarbeit zog es mich für eine Stelle zur Weiterqualifizierung von schwerbehinderten Bachelorabsolventen an der TU Dortmund beim „Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium“ von Berlin ins Ruhrgebiet. Dort kam ich mit dem Thema „Selbstbestimmt-Leben-Bewegung“ in Berührung und beschäftigte mich vertiefend mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und der Empfehlung der Hochschulrektorenkonferenz „Eine Hochschule für Alle“.

In diesen drei Jahren erlangte ich mehr Fachkenntnisse und Sicherheit, mich für das Thema „Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“ einzusetzen. So konnte ich mich mit meinem neu gewonnenen Wissen auch ehrenamtlich engagieren und versorgte die Sendungen „Infopoint“ und „Includio“ des Internetradiosenders SLANG Radio mit Informationen zum Thema Behinderung und der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Nach dem dreijährigen Projekt kehrte ich zurück nach Berlin. Aus meiner haupt- und ehrenamtlichen Arbeit entstanden mehrere Projektideen, die sich der Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit widmen. Es ist wichtig, die Gesellschaft über das Thema Behinderung aufzuklären und so Barrieren, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen, um mehr Inklusion zu schaffen. Berührungsängste abzubauen fängt bei den ganz Kleinen an: im Kindergarten, in der Vorschule und Schule. Wenn Kinder mit dem Thema Behinderung aufwachsen, wird es für sie normal, verschieden zu sein.

Auch in den Ausbildungsabschnitten in sozialen Berufen, wo die Mitarbeitenden im späteren Berufsleben mit Menschen mit Behinderung in Berührung kommen, sollte speziell geschult werden, um die o.g. Ängste abzubauen, denn das Thema Behinderung wird heutzutage oftmals nur am Rande erwähnt.

In meinem Hauptprojekt berichten Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen in Sensibilisierungsworkshops den oben genannten Zielgruppen, wie sie ihr Leben bewältigen, welche Hilfsmittel sie nutzen, wobei sie Hilfe benötigen und wobei nicht und welche gutgemeinten Hilfsangebote eher hemmen.

Als zweite Projektidee schwebt mir vor, Sensibilisierungsworkshops für Personalverantwortliche auf die Beine zu stellen, um neben dem Thema Sensibilisierung und Behinderung aufzuzeigen, welche Fähigkeiten und Ressourcen existieren, um die Einstellungshemmnisse von Menschen mit Behinderungen seitens der Arbeitgeber abzubauen.

Ich freue mich auf das Jahr, um meine Projekte voranzubringen und gemeinsam mit den anderen InklusionsbotschafterInnen einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu leisten.

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