Eva Konieczny: Von der Förderschule zum Master of Arts

Mein Name ist Eva Konieczny. Ich bin 32 Jahre alt und wohne in Kreuztal (Kreis-Siegen Wittgenstein). Ich bin Rollifahrerin (seit Geburt an körperlich beeinträchtigt) und bin sehr gerne flott unterwegs. Mein Werdegang kann kurz mit "von der Förderschule zum Master of Arts" umrissen werden. Ich habe mich aus dem Sondersystem herausgekämpft, Abitur gemacht und Soziale Arbeit an der Universität Siegen studiert. Derzeit bin ich dort wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte. Ich arbeite im Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE). Meine Arbeitsschwerpunkte sind im Bereich der Behindertenhilfe angesiedelt sowie in der Umsetzung von Inklusion im Kontext kommunalplanerischer / politischer Strukturen. Zudem arbeite ich dort im Projekt des Inklusionskatasters Nordrhein-Westfalen mit. Meine Doktorarbeit schreibe ich zum Themenschwerpunkt "politische Partizipation von Menschen mit Behinderungen". Seit Juli 2016 nutze ich das Persönliche Budget nach dem Arbeitgebermodell, organisiere meine Hilfen selbst und lebe in meiner eigenen Wohnung.

Mein persönliches Anliegen und Ziel ist, vor allem. fernab von marktorientierten Interessen und nach dem Ansatz des Peer Counseling andere – Betroffene – zu mehr Selbstbestimmung zu verhelfen, sie dahingehend aufzuklären, sie in ihren Rechten und deren Realisierung zu ermutigen und zu bestärken; aber auch sie zu mobilisieren, um gegen Missstände / fremdbestimmende, meist zementierte Strukturen oder institutionelle Beharrlichkeiten vorzugehen. Wie es auch meine eigenen Erfahrungen zeigen, braucht es sehr viel Mut, Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Kräfte. Nur dadurch ist es möglich, für die eigenen Rechte einzutreten und sich selbst vertreten zu können. Neben diesen Aspekten sind vor allem auch strukturelle Rahmenbedingungen, wie u.a. Barrierefreiheit, unabdingbar. Meine zukünftige Arbeit sehe ich darin, Betroffene unabhängig zu beraten, da es bisher im Kreis-Siegen Wittgenstein m.E. nur trägerdominante, interessengeleitete Institutionen gibt.

Ich habe gerne sehr viel um die Ohren. Wer mich kennt, der weiß -  ich kann nicht ohne. Da es schließlich darum geht, Inklusion in allen Lebensbereichen umzusetzen, gibt es demnach auch sehr viele Baustellen.

Seit vielen Jahren setze ich mich aktiv beim Arbeitskreis "barrierefrei" in Hilchenbach für die Verbesserung der Barrierefreiheit in meiner Heimatstadt Hilchenbach ein. Mein jüngstes Projekt und Ziel als Inklusionsbotschafterin ist die Politik - besser gesagt - eine inklusive Politik voranzutreiben. Es kann derzeit keinen besseren Zeitpunkt geben in die Politik einzusteigen, die Dinge / Gesetze anzugehen und insgesamt etwas zu bewegen. Denn wie die neuesten Entwicklungen hinsichtlich des Bundesteihabegesetzes sind, können diese so nicht bleiben. Es gilt ein ausgewogenes Verhältnis - vor allem ein Inklusionsverständnis in die Politik zu bringen, in der Politiker/innen / Abgeordnete mit und ohne Behinderungen den Weg / die Zukunft gemeinsam beschreiten und gestalten. Nur dann kann Inklusion, Gleichberechtigung, Chancengleichheit und eine Gesellschaft, die von allen getragen wird, erzielt werden.

Neben der Beratung und Aufklärung Betroffener möchte ich mich als Inklusionsbotschafterin diesem Schwerpunkt im Bereich der Politik gerne weiter widmen. Zu meinen sonstigen Hobbies, neben diesen Tätigkeiten, zählt vor allem das Reisen. Ich bin ein großer Irland -/ UK-Insel Fan und bin dort gerne auf Trecking / Pionier Tour; am liebsten da wo bis jetzt schätzungsweise noch kein Rollstuhlfahrer gefahren ist und wo sich bislang ungeahnte Möglichkeiten auftun, die es für viele weitere Abenteuerlustige zu erschließen gilt. Bald kommt der Reiseführer.

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