Protestaktion: Diskriminierung beim Bahnfahren – Alltag für Menschen mit Behinderungen

Protestaktion Diskriminierung beim Bahnfahren am Brandenburger Tor. Foto: Marcus GebhardtBerlin, 06. Mai 2022. Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung 2022 hat gestern die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL) auf ihrer Protestaktion mit Erfahrungsberichten von Aktivist*innen aus ganz Deutschland festgestellt, das Diskriminierung beim Bahnfahren immer noch bitterer Alltag für Menschen mit Behinderungen ist.

 

Mit kurzen schauspielerischen Darstellungen wurden ganz typische Szenen im Reisealltag behinderter Menschen gezeigt: Sei es, dass der Mobilitätsservice trotz Voranmeldung nicht am Bahnsteig erscheint, das Universal-WC defekt ist, welches dann zur Nicht-Mitnahme der Person führt, oder aber ein Hublift am Zug, der sich dann doch nicht mehr ein- oder ausfahren lässt.

  Cecile Lecomte hält Redebeitrag Foto: Marcus GebhardtSo beschreibt die Klimaaktivistin Cécile Lecomte, dass es für sie einfacher sei einen Strommast zu erklimmen, als mit der Bahn in ihrem Rollstuhl von A nach B zu kommen. Sie fordert endlich ausschließlich stufenlose Züge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kathrin hält Redebeitrag Foto: Marcus GebhardtBahnfahrerin Kathrin aus Norddeutschland erzählt von ihren Erlebnissen: So wurde ihr beispielsweise die Hilfeleistung beim Umsteigen mit Rollstuhl, Handbike und Gepäck wegen des Überziehens des Dienstschlusses des Bahnsteigpersonals von fünf Minuten verwehrt.

 

  

 

  

Jan Krech vom Bahnkundenverband hält Redebeitrag Foto: Marcus GebhardtJan Krech, vom Deutschen Bahnkundenverband (DBV) zweifelt in seinem Beitrag ganz stark an, aus welchem Grund der Mobilitätsservice der Bahn eigentlich Service heißt, wenn man sich lediglich als Fahrgast im Rollstuhl nur verwaltet fühlt anstatt umfassend über akzeptable alternative Reiserouten informiert zu werden.

 

  

 

Dr. Sigrid Arnade von der LIGA Selbstvertretung hält Redebeitrag Foto: Marcus GebhardtFür die Sprecherin der LIGA Selbstvertretung Dr. Sigrid Arnade zeigen die Berichte von betroffenen Bahnreisenden mit Behinderung vor allem eines: dass behinderte Menschen immer noch Fahrgäste zweiter Klasse sind und nicht als gleichberechtige Kund*innen angesehen werden, weder von der Bahn noch von der Bundesregierung.

  

 

Gruppenfoto vor dem Brandenburger Tor Foto: Marcus GebhardtDie ISL und ihre Verbündeten fordern die Bundesregierung, das Verkehrsministerium und die Deutsche Bahn dazu auf, diese Missstände endlich abzuschalten und Menschen mit Behinderung die volle Gleichberechtigung beim Bahnfahren zu gewährleisten – zu jeder Zeit, an jedem Ort.

 

 

Weitere Informationen und Berichterstattung unter:

Protesttag 5 Mai 2022 Barrierefreie Bahn - YouTube (EU-Schwerbehinderung)

rbb24 vom 05.05.2022 um 13 Uhr | ARD Mediathek (ab Minute 05:00)

Bahn-Aktion am Brandenburger Tor | kobinet-nachrichten

Protesttag verdeutlicht fehlende Barrierefreiheit bei der Deutschen Bahn (eu-schwerbehinderung.eu)

jederzeitmitbahn.de – Die Klage auf der Schiene! Das Ziel: Reisen, wann immer Züge fahren

Jederzeit mit Bahn – ISL e.V. – betterplace.org – Spendenaktion für Bahnklage

100.000 – Barrierefreie Bahn – Die 100.000 Euro Bahn Challenge zum Europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderung zum 5. Mai 2022