Arbeitskreis "VOR 1933 - NACH 1945" sucht engagierte Mitstreiter*innen!

Portträt von Eva BuchholzDer Förderkreis Gedenkort T4 e.V., der am 29. Juni 2016 in Berlin unter anderem von der ISL e.V. mit gegründet wurde, will sich auch der „Aufarbeitung der Ausgrenzung und Abwertung von Menschen mit Behinderung und körperlichen und psychischen Einschränkungen, die vor 1933 begann und mit dem Jahr 1945 noch nicht zu Ende gekommen ist“ widmen. ISL-Referentin Eva Buchholz, die die ISL als Verbindungsfrau im Förderkreis vertritt und dort auch als Einzelmitglied ehrenamtlich aktiv ist, hat einen  Arbeitskreis initiiert, der sich diesem Thema widmen wird.

Der Titel bezieht sich darauf, dass die nationalsozialistischen Verbrechen im Namen von „Euthanasie“ nur möglich waren, weil sie auf Traditionen der Ausgrenzung und Aussonderung von Menschen mit Behinderungen und psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen aufbauten, die es bereits vor den Nazis gab und die 1945 noch nicht beendet waren. Der Arbeitskreis will  sich damit beschäftigen, wie diese Verbindungslinien in heutige Aufarbeitung und Erinnerung einbezogen werden können und sich  unter anderem mit folgenden Fragen auseinandersetzen:
Wie waren die Bedingungen in den „Heilanstalten“ und „Irrenhäusern“ im Dritten Reich und was hat das für die Betroffenen konkret bedeutet? Welche Formen der Abwertung und Diskriminierung der betroffenen Personengruppe bestanden schon vor 1933 und den nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen? - Welche Kontinuitäten lassen sich für die Zeit ab 1945 aufzeigen (zum Beispiel bis zur Psychiatrie-Reform in den 1970er Jahren)? - Welche Bedingungen herrschen heute in Psychiatrien und Einrichtungen der Behindertenhilfe? - Wie wird die Behindertenfeindlichkeit (eine Ausprägung des „Ableismus“) gegenüber der betroffenen Personengruppe vor 1933 und nach 1945 heutzutage, zum Beispiel in der Arbeit von Gedenkstätten, aufgegriffen?


Die Mitarbeit im Arbeitskreis ist zwar an eine Mitgliedschaft im Förderkreis gebunden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, zunächst als Gast an Sitzungen des Arbeitskreises teilzunehmen. Ein Engagement soll auch nicht am Geldbeutel scheitern. Menschen mit geringem Einkommen können mit dem Vorstand einen verringerten Mitgliedsbeitrag vereinbaren oder sich befreien lassen.

Interessent*innen melden sich bitte bis zum 31. Januar 2017 bei Eva Buchholz, Leiterin des AK, per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Das erste Treffen des AK ist für Februar 2017 in Berlin geplant. Weitere Informationen siehe Einladungsschreiben im Anhang und unter: http://www.gedenkort-t4.eu/de/zukunft/foerderkreis